Online Lernplattform: Definition, Vergleich und Auswahlkriterien

Definition

Eine Online Lernplattform ist eine webbasierte Softwarelösung, über die digitale Lerninhalte bereitgestellt, verwaltet, absolviert und ausgewertet werden können – von überall und auf jedem Gerät. Der Begriff ist ein Oberbegriff und schließt Learning Management Systeme (LMS), Learning Experience Platforms (LXP) und kombinierte Ansätze ein.

Der Begriff „Online Lernplattform“ ist einer der meistgesuchten – und am häufigsten missverstandenen – Begriffe im Corporate-Learning-Umfeld. Eine Online Lernplattform ist eine webbasierte Softwarelösung, über die digitale Lerninhalte bereitgestellt, verwaltet, absolviert und ausgewertet werden können – von überall und auf jedem Gerät. Der Begriff ist ein Oberbegriff: Er schließt Learning Management Systeme (LMS), Learning Experience Platforms (LXP) und kombinierte Ansätze ein. Entscheidend ist nicht die genaue Kategorie, sondern ob die Plattform die Lernziele des Unternehmens technisch und didaktisch unterstützt. Der globale Markt für Online-Lernplattformen wächst auf über 50 Milliarden US-Dollar bis 2026 – getrieben durch Remote Work, dezentrale Teams und den steigenden Druck zu kontinuierlicher Kompetenzentwicklung.

Online Lernplattform, LMS und LXP: Was ist der Unterschied?

Die drei Begriffe werden oft synonym verwendet, bezeichnen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Ein Learning Management System (LMS) ist top-down strukturiert: Admins erstellen Kurse, weisen sie zu, dokumentieren Abschlüsse – ideal für Compliance-Training und standardisiertes Onboarding. Eine Learning Experience Platform (LXP) ist bottom-up: Sie empfiehlt Inhalte algorithmisch basierend auf dem Lernverhalten der Nutzenden – ähnlich wie Netflix für Lerninhalte. Online Lernplattform ist der übergeordnete Begriff für beide Kategorien sowie Hybridlösungen, die Elemente beider Ansätze kombinieren. In der Praxis verschwimmen die Grenzen: Die meisten modernen Plattformen bieten sowohl strukturierte Lernpfade als auch personalisierte Empfehlungen.

Einsatzbereiche im Unternehmen

Online Lernplattformen decken im Unternehmenskontext drei strategische Bereiche ab. Mitarbeiteronboarding: Neue Mitarbeitende durchlaufen standardisierte Einarbeitungsprogramme, die ortsunabhängig und konsistent ausgeliefert werden – skalierbar vom ersten bis zum tausendsten Mitarbeitenden. Compliance-Training: Pflichtschulungen zu DSGVO, Arbeitssicherheit, Antikorruption und Datenschutz lassen sich automatisiert zuweisen, abschließen und für Audits dokumentieren. Kontinuierliche Weiterbildung: Upskilling und Reskilling auf Basis identifizierter Skill Gaps – das Segment mit dem stärksten Wachstum und dem größten strategischen Wert für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.

Bekannte Online Lernplattformen im Überblick

Der Markt für Online Lernplattformen ist fragmentiert. Zu den bekanntesten Anbietern im Unternehmenseinsatz gehören Cornerstone OnDemand und SAP SuccessFactors Learning als Enterprise-Lösungen für große Konzerne mit komplexen Anforderungen; Docebo und 360Learning als moderne, KI-gestützte Plattformen für mittelständische und wachstumsstarke Unternehmen; Moodle als meistgenutzte Open-Source-Lösung mit maximaler Flexibilität bei eigenem Hosting-Aufwand; iSpring Learn als kompakte Lösung mit integriertem Autorentool; sowie edyoucated als Plattform, die LMS-Funktionalität mit einem integrierten Skill-Management-Ansatz verbindet – Lernpfade werden direkt aus Kompetenzlücken generiert, nicht manuell zusammengestellt.

Kriterien für die Auswahl einer Online Lernplattform

Die Auswahl einer Online Lernplattform sollte von konkreten Anforderungen geleitet werden, nicht von Feature-Listen. DSGVO-konformes Hosting ist für europäische Unternehmen keine Option, sondern Pflicht – Serverlage und Datenschutzzertifizierungen müssen geprüft werden. SCORM- und xAPI-Kompatibilität stellt sicher, dass bestehende Inhalte übernommen und neue Inhalte aus Autorentools eingebunden werden können. Reporting-Tiefe entscheidet darüber, ob Compliance-Nachweise audit-sicher erbracht werden können. HRIS-Integration mit Systemen wie SAP SuccessFactors, Workday oder Personio ermöglicht automatisierte Nutzerverwaltung. Mobile Zugänglichkeit ist heute Standard – ein erheblicher Anteil der Lernenden greift über Smartphones zu, insbesondere in Branchen mit hohem Anteil an Deskless Workers. Und Skill-Management-Integration: Plattformen, die Lernfortschritte isoliert erfassen, liefern Abschlussquoten; Plattformen, die Lernfortschritte mit Kompetenzprofilen verknüpfen, liefern echte Erkenntnisse über die Entwicklung der Belegschaft.

Was eine Online Lernplattform allein nicht löst

Viele Unternehmen investieren in eine Online Lernplattform und sind von den Ergebnissen enttäuscht: niedrige Nutzungsraten, wenig Transfer in den Arbeitsalltag, Kurse, die niemand freiwillig öffnet. Das Problem liegt selten an der Technologie. Es liegt daran, dass Lernangebote ohne strategischen Kontext kein Eigeninteresse erzeugen. Eine Plattform kann nur ausliefern, was ihr gegeben wird – und nur anzeigen, was jemand öffnet. Was sie nicht ersetzen kann: die Frage, welche Kompetenzen das Unternehmen tatsächlich benötigt, und die individuelle Verbindung zwischen diesen Bedarfen und dem persönlichen Entwicklungsweg jedes Mitarbeitenden. Das ist die Aufgabe von Skill Management – und es ist das fehlende Bindeglied in den meisten Corporate-Learning-Strategien.

Häufige Fragen zu Online Lernplattformen

Was ist der Unterschied zwischen einer Online Lernplattform und einem LMS? Ein LMS (Learning Management System) ist eine spezifische Kategorie von Online Lernplattformen mit Fokus auf Inhaltsverwaltung, Zuweisung und Compliance-Tracking. Online Lernplattform ist der Oberbegriff, der auch LXPs, hybride Systeme und spezialisierte Lösungen umfasst.

Für welche Unternehmensgröße eignet sich eine Online Lernplattform? Grundsätzlich ab 50 bis 100 Mitarbeitenden, wenn strukturiertes Lernen regelmäßig stattfinden soll. Für kleinere Unternehmen mit gelegentlichem Weiterbildungsbedarf lohnt sich zunächst eine schlankere Lösung; ab 200 Mitarbeitenden oder bei hohen Compliance-Anforderungen ist eine vollwertige Plattform wirtschaftlich sinnvoll.

Wie viel kostet eine Online Lernplattform? SaaS-basierte Lösungen liegen typischerweise im Bereich von 2 bis 8 Euro pro Nutzer und Monat, abhängig von Anbieter und Funktionsumfang. Hinzu kommen Kosten für Content-Produktion, Implementierung und Administration. Die Plattformlizenz ist oft der kleinere Kostenfaktor; der größere ist die kontinuierliche Pflege und Aktualisierung der Lerninhalte.

Wie unterscheidet sich eine B2B-Lernplattform von einer Consumer-Plattform wie Udemy? Consumer-Plattformen wie Udemy oder Coursera richten sich an Einzelpersonen, die selbst zahlen und selbst entscheiden, was sie lernen. B2B-Lernplattformen für Unternehmen bieten dagegen Nutzerverwaltung, Reporting auf Organisations- und Teamebene, Compliance-Dokumentation, HRIS-Integration und die Möglichkeit, eigene Inhalte einzubinden – Funktionen, die im Unternehmenskontext unverwichtbar sind.

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