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Kundenbeispiel dwpbank

dwpbank: Skills als Fundament für eine skalierbare Transformation

Die dwpbank möchte ihre Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Marktbedingungen weiter erhöhen und erfolgskritische Skills nicht nur sichern, sondern auch bestmöglich im Unternehmen einsetzen. Gemeinsam mit edyoucated entstand dafür eine belastbare Grundlage: von der Skill-Taxonomie über Profile und Assessments bis zu Governance und ersten datenbasierten Lernempfehlungen.
industrIE
Finanzdienstleistungen und Wertpapierservices
Mitarbeitende
rund 1.300
Anwendungsfälle
Skill-Taxonomie, Skillprofile, Skill-Assessments, Lernempfehlungen
LÖSUNG
Skill Consulting, Skill Management

Über die dwpbank

Die Deutsche WertpapierService Bank AG (dwpbank) ist mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung im Wertpapiergeschäft und 2,4 Billionen Euro verwahrtem Vermögen Deutschlands führender Dienstleister für Wertpapierservices. Vom Order Routing bis zur Verwahrung erbringt sie Services entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Zwei Drittel aller Banken in Deutschland haben ihre Wertpapierprozesse an sie ausgelagert. Für sie verwaltet die dwpbank rund 5,4 Millionen Depots und verarbeitete über 63 Millionen Wertpapiertransaktionen im Jahr 2025. Mit rund 1.000 angeschlossenen Volks- und Raiffeisenbanken, Privat- und Geschäftsbanken sowie Sparkassen vertrauen Institute aus allen drei Banksektoren ihrer Kompetenz in Kernbereichen wie IT und Regulatorik.

Die dwpbank ist als systemrelevantes Unternehmen voll reguliert. Die dwpbank Gruppe besteht aus der dwpbank und ihren drei Tochtergesellschaften lemon.markets, dwp Service GmbH und dwp Software Kft.

Technologische Transformation und spezialisierte fachliche Anforderungen sind in diesem Umfeld eng miteinander verbunden. Für die dwpbank wurde es deshalb immer wichtiger, Skills organisationsweit und systematisch aufzubauen und Mitarbeitende skillbasiert dort einzusetzen, wo für sie und das Unternehmen der größte Mehrwert entsteht. So wirkt die dwpbank nicht nur den Herausforderungen des demographischen Wandels entgegen und sichert relevante Skills, sondern stärkt durch bedarfsgerechtere Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten auch die Bindung ans Unternehmen. Vor Projektstart gab es dafür noch kein durchgängiges Skill-Modell. Trainingsbedarfe wurden zwar im jährlichen Mitarbeiterführungsgespräch besprochen, jedoch nicht systematisch auf Skills bezogen. Damit fehlte eine gemeinsame Grundlage, um Entwicklungsbedarfe sichtbar zu machen, Lernangebote gezielt zu steuern und Transformationsbedarf in konkrete Upskilling-Maßnahmen zu übersetzen.

Die Herausforderung

Auf dem Weg zu einer skill-basierten Organisation musste zunächst eine belastbare Daten- und Steuerungslogik geschaffen werden. Die Aufgabe reichte deutlich über die Entwicklung einer Taxonomie hinaus: Relevante Use Cases mussten strategisch priorisiert, Skills fachlich tragfähig definiert, praxistaugliche Proficiency Scales entwickelt und Skill-Profile mit bestehenden Führungs- und Lernprozessen verbunden werden.

Hinzu kam, dass die vorhandene IT-Systemlandschaft diese Logik noch nicht nativ unterstützte. Gleichzeitig musste die Lösung mit Fachbereichen, Führungskräften und relevanten Mitbestimmungsgremien abgestimmt werden. Gesucht war daher kein isoliertes HR-Konzept, sondern ein Skill-Betriebsmodell, das unter realen organisatorischen Rahmenbedingungen funktioniert.

Die Lösung

Gemeinsam mit der dwpbank schufen wir zunächst die fachliche Grundlage für das spätere Skill-Modell. In Skill-Strategy-Sessions priorisierten wir die wichtigsten Use Cases, trafen zentrale Designentscheidungen für die Taxonomie und entwickelten passende Proficiency Scales. Mehrere Feedback-Zyklen stellten sicher, dass das Modell zur Organisation und ihren konkreten Anforderungen passt.

Von verstreuten Signalen zur gemeinsamen Taxonomie

Mithilfe proprietärer KI-Tools analysierten wir mehr als einhundert interne Trainingsangebote sowie Stellenbeschreibungen und extrahierten daraus rund 1.000 relevante Skill-Signale. Diese wurden standardisiert und dedupliziert. So konnten etwa 300 unterschiedliche Skills identifiziert und in 45 Cluster gruppiert werden. Bestehende Kompetenzmodelle flossen in die kundenspezifische Taxonomie ein und wurden zu einem ganzheitlichen Modell weiterentwickelt.

Aus Trainingsangeboten, Stellenbeschreibungen und Kompetenzmodellen werden rund 1.000 Skill-Signale zu etwa 300 Skills in 45 Clustern verdichtet.
Vom Rohsignal zur strukturierten Referenz: Standardisierung und Deduplizierung schaffen Qualität.

Eine Struktur, die fachlich anschlussfähig bleibt

Die Taxonomie bildet die gemeinsame Referenz für weitere Skill-Initiativen. Ihre Cluster schaffen Orientierung, ohne die fachlichen Zusammenhänge zwischen einzelnen Skills zu verlieren. Dadurch lassen sich neue Anforderungen und zusätzliche Use Cases schrittweise integrieren, ohne jedes Mal ein neues Modell aufzubauen.

Praxistaugliche Ausprägungsstufen

Damit Skills in Profilen, Mitarbeitergesprächen und Entwicklungsentscheidungen nutzbar werden, braucht es eine verständliche Bewertungslogik. Die dwpbank und edyoucated stimmten die Ausprägungsstufen für Skills auf die Anforderungen der Organisation ab. Sie bilden die Grundlage, um Skill-Einschätzungen und Entwicklungsbedarfe nachvollziehbar zu besprechen.

Tragfähige Skillprofile entstehen aus passender Taxonomie und Fachworkshops

Die Taxonomie lieferte die gemeinsame fachliche Grundlage für die Skillprofile der zehn Pilotfunktionen. Die Profile selbst entstanden in Workshops mit den Fachexpert:innen der jeweiligen Funktionen sowie dem L&D-Team der dwpbank. Dort wählten die Teilnehmenden relevante Skills aus, diskutierten deren Anforderungen und finalisierten die Profile gemeinsam. So kam die einheitliche Skill-Struktur mit dem Fachwissen aus den Bereichen zusammen.

Das Workshop-Konzept entwickelten die dwpbank und edyoucated gemeinsam und führten die ersten Workshops zusammen durch. Weitere Workshops setzte das dwpbank-Team anschließend eigenständig um. Ergänzend ordneten wir in einem umfangreichen Content Mapping die verfügbaren Lernformate der Skill-Taxonomie zu. Damit lassen sich die Anforderungen aus den Profilen mit passenden Lernangeboten verbinden.

Skill-Taxonomie und Fachwissen der Subject Matter Experts fließen im Fachworkshop zu einem abgestimmten Skillprofil je Pilotfunktion zusammen.

Vom Mitarbeitergespräch zur Lernempfehlung

Gemeinsam entstand außerdem ein Skill-Bewertungs-Template für Mitarbeitergespräche, das iterativ angepasst, getestet und in die Anwendung gebracht wurde. Damit werden Entwicklungsbedarfe nicht nur allgemein besprochen, sondern auf konkrete Skills und nachvollziehbare Ausprägungsstufen bezogen.

Um trotz bestehender Systemgrenzen einen direkten Mehrwert für Lernende sichtbar zu machen, wurde zusätzlich ein Excel-basierter Prototyp für dynamische Lernempfehlungen entwickelt. Mitarbeitende bekommen auf Basis ihrer Skill-Einschätzungen Empfehlungen für passende Angebote aus dem Trainings- und Lernangebot der dwpbank, obwohl das bestehende LMS diese Logik noch nicht nativ bereitstellt.

Operative Anschlussfähigkeit: Skills wurden nicht nur beschrieben, sondern in Lernportfolio-Steuerung, Mitarbeitergespräche und erste Empfehlungslogiken übersetzt.

Im Mitarbeitergespräch wird der Skill-Bedarf eingeschätzt, daraus folgen passende Trainingsempfehlungen aus dem Excel-Prototyp.

Verankerung, Governance und Change

How-to-Guides für die Beteiligten sowie Skillassessment-Trainings für die Führungskräfte begleiteten die fachliche Arbeit. Hinzu kamen die Vorbereitung relevanter Gespräche mit den Mitbestimmungsgremien sowie die Ausarbeitung von Governance- und Zielbildfragen. So entstand nicht nur eine Datenstruktur, sondern auch ein Vorgehen für Abstimmung, Pflege und Weiterentwicklung.

Die Ergebnisse

Heute liegt eine umfassende Skill-Taxonomie vor, die die zehn ausgewählten Pilotfunktionen vollständig abdeckt und als Basis für einen Rollout auf die weiteren Funktionen dient. Für alle zehn Funktionen wurden Skill-Profile inklusive Proficiency Scales erarbeitet. Playbooks, Workshop-Logiken und Governance-Grundlagen unterstützen den Übergang vom erfolgreichen Piloten in einen skalierbaren Rollout.

Ebenso wichtig ist die interne Akzeptanz. Die Zusammenarbeit mit Führungskräften und Subject Matter Experts funktionierte auf hohem Niveau, und das Vorhaben konnte parallel zu anderen prioritären HR-Themen erfolgreich vorangetrieben werden. Die dwpbank verfügt damit über eine belastbare Grundlage, um Skills künftig als zentrales Datenelement für weitere Use Cases und für die Auswahl einer passenden Softwareinfrastruktur zu nutzen.

Stimmen aus der Praxis

„Besonders überzeugt hat uns die systematische und gleichzeitig pragmatische Herangehensweise von edyoucated. Die Zusammenarbeit war partnerschaftlich und unkompliziert. Zusammen mit der Fähigkeit, innovative und praktikable Lösungen zu entwickeln, konnten wir trotz begrenzter zeitlicher Ressourcen qualitativ hochwertige Lösungen entwickeln, die sowohl unser Management als auch die beteiligten Mitarbeitenden positiv aufgenommen haben.“

Learning & Development Team
dwpbank

Fazit

Die Fallstudie zeigt, dass skill-basierte Transformation nicht mit einer Taxonomie endet. Entscheidend ist die Verbindung aus fachlicher Struktur, operativer Nutzbarkeit und organisatorischer Anschlussfähigkeit. Gemeinsam mit der dwpbank wurde genau diese Grundlage geschaffen: von der Skill-Architektur über Profile und Skill-Assessments bis hin zu Governance, Change-Begleitung und ersten datenbasierten Lernempfehlungen.

Damit ist nicht nur ein Konzept entstanden, sondern ein belastbares Fundament für den nächsten Schritt. Die Erkenntnisse aus dem ersten Jahr können nun in die Breite getragen, weitere Use Cases erschlossen und die Organisation schrittweise in Richtung eines skill-basierten Modells weiterentwickelt werden.

Partnerschaften mit führenden Forschungsinstituten
edyoucated wird von führenden Forschungseinrichtungen wie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert.