
Zukunftskompetenzen (Future Skills) sind Handlungskompetenzen, die in einer sich verändernden Arbeitswelt besonders relevant werden – laut Stifterverband in 30 Kompetenzen gegliedert, von kritischem Denken über Innovationsfähigkeit bis zur Gestaltungskompetenz bei KI.
700.000 Personen mehr als heute werden in Deutschland bis 2030 benötigt, die über technologische Fähigkeiten verfügen – das zeigt eine Analyse des Stifterverbands. Gleichzeitig werden in vier von fünf Stellenanzeigen bereits heute Selbstmanagement-Kompetenzen wie Anpassungsfähigkeit gefordert (Bertelsmann Stiftung, 2023). Was Arbeitgeber suchen, hat sich verschoben – nicht von Fachkompetenz zu Soft Skills, sondern hin zu einem neuen Typ von Kompetenz: Zukunftskompetenzen, die beides verbinden.
Zukunftskompetenz und Future Skills werden im deutschsprachigen Raum meist synonym verwendet. Beide beschreiben Kompetenzen, die in einer sich schnell verändernden Arbeitswelt besonders relevant werden – und die jenseits von klassischem Fachwissen liegen.
21st Century Skills ist ein älterer, vor allem im angloamerikanischen Bildungsraum verbreiteter Begriff, der Kompetenzen für das digitale Zeitalter adressiert: Kreativität, kritisches Denken, Kommunikation und Kollaboration. Er überschneidet sich mit Future Skills, ist aber weniger auf den betrieblichen Kontext zugeschnitten.
Der Stifterverband definiert Future Skills als Handlungskompetenzen, die in den nächsten fünf Jahren für Berufsleben oder gesellschaftliche Teilhabe deutlich wichtiger werden – und hat dieses Framework gemeinsam mit McKinsey und über 50 Expertinnen und Experten entwickelt.
Pro Stellenanzeige werden in Deutschland durchschnittlich sieben überfachliche Kompetenzen gesucht – zehn Prozent mehr als noch 2019 (Bertelsmann Stiftung, 2023). Soziale Kompetenzen wie Einfühlungsvermögen werden in drei von vier Stellen gefordert, kognitive Kompetenzen wie kritisches Denken in mehr als jeder zweiten.
Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach technologischen Fähigkeiten: Der Stifterverband prognostiziert, dass bis 2030 rund 700.000 Fachkräfte mit technologischen Kompetenzen zusätzlich benötigt werden. Der Transformationsdruck – durch KI, Klimawandel, demografischen Wandel und veränderte Märkte – macht Zukunftskompetenzen nicht zur Option, sondern zur Überlebensfrage für Unternehmen.
Ende 2025 legte der Stifterverband ein aktualisiertes Future-Skills-Framework vor: 30 Zukunftskompetenzen, gegliedert in fünf Kategorien.
Viele Unternehmen arbeiten noch mit Kompetenzmodellen, die vor zehn Jahren entwickelt wurden. Sie trennen strikt zwischen Fachkompetenz, Methodenkompetenz und sozialer Kompetenz – eine Dreiteilung, die der Realität der Arbeitswelt 2025 nicht mehr gerecht wird.
Zukunftskompetenzen lassen sich nicht in diese Kategorien pressen. Die Fähigkeit, mit KI-Tools zu arbeiten und gleichzeitig deren Grenzen kritisch zu beurteilen, ist technisch und reflektiv zugleich. Die Fähigkeit, in einem dezentralen, kulturell diversen Team an einem unklaren Problem zu arbeiten, verbindet Methode, Soziales und Resilienz untrennbar. Wer den Skills Gap seines Unternehmens für die Zukunft verstehen will, braucht ein Kompetenzmodell, das diese Komplexität abbildet.
Zukunftskompetenzen entstehen nicht durch Kurse allein. Sie brauchen Lernarchitekturen, die Transfer in echte Arbeitssituationen ermöglichen.


