
E-Learning bezeichnet alle Lernformen, die durch digitale Technologien unterstützt werden – von strukturierten Online-Kursen über Webinare bis zu KI-gestützten adaptiven Lernplattformen. Für Unternehmen ist es die skalierbare Basis für systematisches Upskilling und Reskilling.
Wer Präsenzschulungen und E-Learning vergleicht, stellt fest: Der Unterschied liegt nicht nur in der Logistik. Laut Research Institute of America steigert E-Learning die Behaltensrate auf 25 bis 60 Prozent – bei Präsenzunterricht sind es 8 bis 10 Prozent. Das ist kein Argument gegen Präsenzformate, aber ein klares Signal: Wie Inhalte vermittelt werden, bestimmt, wie viel davon bleibt. E-Learning bezeichnet alle Lernformen, die durch digitale Technologien unterstützt werden – von strukturierten Online-Kursen und Webinaren über Microlearning-Module bis zu KI-gestützten adaptiven Lernplattformen. Für Unternehmen, die systematisch Kompetenzen aufbauen wollen, ist E-Learning heute keine Option mehr, sondern Grundvoraussetzung.
E-Learning ist der Oberbegriff für alle Lernformen, die digital unterstützt werden – von kurzen Video-Snippets bis zum vollständigen Online-Kurs. Der Begriff sagt noch nichts über Synchronizität, Format oder Interaktivität aus.
Blended Learning kombiniert digitale Lernphasen mit Präsenzelementen. Es ist kein Kompromiss, sondern eine eigene Methode: Die Theorie wird asynchron digital bearbeitet, die Vertiefung im persönlichen Austausch. Besonders bei komplexen Themen wie Führungskompetenz oder Konfliktlösung zeigt Blended Learning messbare Vorteile gegenüber rein digitalen Formaten.
Web-Based Training (WBT) bezeichnet strukturierte, in ein LMS eingebettete Online-Lerneinheiten, die Lernende im eigenen Tempo durcharbeiten. Sie enthalten meist Texte, Videos, Quizze und Wissensüberprüfungen – und gelten als Standardformat für skalierbare Unternehmensschulungen.
Mobile Learning ist kein eigenständiges Lernkonzept, sondern E-Learning optimiert für den Abruf auf Smartphones und Tablets. Die Stärke liegt in kurzen Lerneinheiten, die im Arbeitsalltag konsumiert werden können – zwischen Meetings, auf Reisen oder im Homeoffice.
Digitales Lernen ist in deutschen Unternehmen fest verankert: Laut der eLearning BENCHMARKING Studie 2024 – dem größten Branchenreport zum digitalen Lernen im DACH-Raum – nutzen 88 Prozent der befragten Unternehmen digitale Lernmethoden dauerhaft. Rund ein Drittel des Weiterbildungsbudgets (33,4 Prozent) fließt bereits in digitale Lernformate. Das ist keine Reaktion auf die Pandemie mehr, sondern eine strukturelle Verschiebung.
Die beliebtesten Formate 2024: Video-Tutorials (90 Prozent der Unternehmen sehen sie als zentral), Microlearning und Learning Nuggets (87 Prozent). Virtuelle Klassenzimmer haben nach dem Hoch der Pandemiejahre wieder abgenommen – von 97 Prozent Relevanz im Jahr 2020 auf 69 Prozent im Jahr 2024. Social Learning dagegen gewinnt zurück: 65 Prozent der Unternehmen messen Community-basierten Formaten wieder strategische Bedeutung bei, ein Plus von elf Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.
Der stärkste Trend für 2024/2025: KI-gestützte Personalisierung. Lernmanagementsysteme analysieren Verhalten, Lernfortschritt und Skill Gaps, um individuell passende Inhalte vorzuschlagen – statt einen Katalog bereitzustellen, aus dem jeder selbst suchen muss. Und laut LinkedIn Learning (2024) geben 94 Prozent der Beschäftigten an, eher im Unternehmen zu bleiben, wenn es in ihre Entwicklung investiert. E-Learning ist damit nicht nur ein Kostenhebel, sondern ein Bindungsfaktor.
Nicht jedes Format passt zu jedem Lernziel. Die wichtigsten Typen im Überblick:
Der häufig genannte Kostenvorteil ist real, aber nicht der wichtigste Grund. E-Learning spart nach Angaben der Brandon Hall Group 40 bis 60 Prozent der Schulungszeit im Vergleich zu Präsenzformaten – allein durch den Wegfall von Reisetiätigkeit und fixen Schulungszeiten. Für Unternehmen mit verteilten Teams oder hohen Mitarbeiterzahlen rechnet sich das schnell.
Wichtiger ist die Skalierbarkeit: Ein einmal produzierter Kurs kann unbegrenzt oft abgerufen werden, ohne dass Qualität oder Kosten linear steigen. Und im Gegensatz zum Präsenzseminar ist der Lernfortschritt messbar – welche Module wurden abgeschlossen, wo brechen Lernende ab, wo entstehen systematische Wissenslücken?
Der dritte Vorteil ist die Individualisierung. Moderne Lernmanagementsysteme ermöglichen personalisierte Lernpfade, die auf dem Kompetenzprofil der jeweiligen Person basieren – nicht auf dem durchschnittlichen Bedarf der Abteilung.
E-Learning funktioniert nicht für alles. Inhalte, die Körpersprache, Empathie oder haptisches Feedback voraussetzen – Führungsgespräche, Verhandlungsführung, handwerkliche Fertigkeiten – lassen sich nicht vollständig in ein digitales Format übersetzen. Das größte Hemmnis in der Praxis ist laut eLearning BENCHMARKING Studie 2024 nicht fehlende Technologie, sondern Zeitmangel: Lernende schaffen es nicht, in ihren Arbeitsalltag Lernzeit zu integrieren – unabhängig davon, wie gut das Angebot ist. Auch niedrige Abschlussraten bei selbstgesteuerten Kursen sind eine bekannte Schwäche. Das Problem ist meist nicht die Plattform, sondern das fehlende Rahmenwerk: Ohne Lernziele, Führungsunterstützung und klare Verbindung zur beruflichen Entwicklung bleibt E-Learning ein ungenutztes Angebot.
Viele Unternehmen haben E-Learning eingeführt und sind von den Ergebnissen enttäuscht. Die Plattform wird nicht genutzt, die Abschlussraten sind niedrig, der Transfer in den Arbeitsalltag bleibt aus. Das Problem ist meist nicht die Technologie, sondern das fehlende Bindeglied: Skill Management.
E-Learning ohne Kompetenzmodell produziert Lernen um des Lernens willen. Erst wenn Lernpfade an identifizierte Skill Gaps geknüpft sind – wenn klar ist, welche Kompetenzen eine Person als nächstes benötigt und warum – wird aus einem Kursangebot ein Entwicklungsprozess. Upskilling und Reskilling funktionieren nicht durch Inhaltsmenge, sondern durch Inhaltspräzision.
Für L&D-Manager, die E-Learning von einem Tool zu einem strategischen Hebel entwickeln wollen, sind diese Schritte zentral:
Was ist E-Learning einfach erklärt? E-Learning bezeichnet alle Lernformen, bei denen digitale Technologien zur Vermittlung von Wissen und Kompetenzen eingesetzt werden. Dazu gehören Online-Kurse, Erklärvideos, Webinare, Microlearning-Module und KI-gestützte Lernplattformen. Der Begriff umfasst sowohl vollständig digitale als auch hybride Formate, die digitales und Präsenzlernen kombinieren.
Was ist der Unterschied zwischen E-Learning und Online-Learning? Die Begriffe werden häufig synonym verwendet. Genau genommen ist Online-Learning eine Unterform von E-Learning: Alle Online-Lernformate sind E-Learning, aber nicht jedes E-Learning findet online statt – frühe Formen nutzten etwa CD-ROM-basierte Kurse (Computer-Based Training). In der betrieblichen Weiterbildung ist diese Unterscheidung heute kaum noch relevant.
Welche Vorteile hat E-Learning für Unternehmen? Skalierbarkeit (ein Kurs kann unbegrenzt abgerufen werden), Messbarkeit (Lernfortschritt ist datenbasiert nachvollziehbar) und Flexibilität (Mitarbeitende lernen zeitlich und örtlich unabhängig) sind die zentralen Argumente. Hinzu kommt eine nachweislich höhere Behaltensrate gegenüber Präsenzformaten – vorausgesetzt, die Inhalte sind interaktiv gestaltet und an echte Kompetenzlücken geknüpft.
Wie viel kostet E-Learning für Unternehmen? Die Kosten variieren stark: Lizenzbasierte LMS-Plattformen beginnen bei wenigen Euro pro Nutzer und Monat, skalieren aber mit Nutzerzahl und Funktionsumfang. Eigenproduktionen von Kursen (mit Autorentools) kosten je nach Komplexität mehrere tausend Euro pro Lernstunde. Laut eLearning BENCHMARKING Studie 2024 investieren deutsche Unternehmen im Schnitt 568 Euro pro Mitarbeitenden und Jahr in digitale Weiterbildung.
Funktioniert E-Learning ohne LMS? Technisch möglich, aber in der Praxis kaum sinnvoll. Ohne ein Lernmanagementsystem fehlen zentrale Steuerungsmechanismen: Kursverteilung, Lernfortschritts-Tracking, Zertifizierung und die Verknüpfung mit Kompetenzprofilen. Für kleine Teams oder einzelne Kurse reichen manchmal einfachere Lösungen – sobald aber mehrere Rollen, Abteilungen oder Entwicklungspfade ins Spiel kommen, ist ein LMS notwendig.


