
Pflichtschulungen, auch Compliance-Trainings oder Unterweisungen genannt, sind Schulungen, die von Unternehmen oder Organisationen vorgeschrieben werden, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über gesetzliche Vorschriften, Unternehmensrichtlinien, Sicherheitsbestimmungen oder andere verpflichtende Themen zu informieren. Diese Schulungen dienen dazu, die Einhaltung von Regeln und Vorschriften sicherzustellen und das Bewusstsein für relevante Themen zu schärfen.
Pflichtschulungen (auch: Compliance-Schulungen, Unterweisungen) sind gesetzlich oder unternehmensintern vorgeschriebene Schulungen, die sicherstellen, dass Mitarbeitende über relevante Vorschriften, Sicherheitsbestimmungen und Unternehmensrichtlinien informiert sind. In Deutschland sind bestimmte Pflichtschulungen gesetzlich verankert — etwa im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), in der DSGVO oder in branchenspezifischen Regelungen.
Pflichtschulungen sind ein wichtiger Aspekt eines jeden Arbeitsplatzes, da sie sicherstellen, dass alle Mitarbeitenden die notwendige Ausbildung und Schulung erhalten, um ihre Arbeit sicher und effektiv ausführen zu können, und über ihre Verantwortlichkeiten und rechtlichen Verpflichtungen informiert sind.
Diese Schulung bezieht sich in der Regel auf die Sicherheit oder die Einhaltung von Vorschriften und muss in einem bestimmten Bereich von allen Mitarbeitenden absolviert werden, unabhängig von ihrer Position im Unternehmen. Die Schulung ist obligatorisch, d. h. alle Mitarbeitenden müssen sie absolvieren, und es gibt oft Konsequenzen für die Nichtteilnahme, wie z. B. eine Disziplinarmaßnahme oder Kündigung.
Wer braucht eine Pflichtschulung?
Pflichtschulungen sind gesetzlich vorgeschrieben, und obwohl sie je nach Bundesland und Beruf variieren, sind für viele Stellen Pflichtschulungen vorgeschrieben. In den meisten Fällen verlangen die Arbeitgebenden von allen Arbeitnehmenden die Absolvierung irgendeiner Form von Pflichtschulung, unabhängig von ihrer Position im Unternehmen. Beispielsweise müssen Kinderbetreuer*innen, Beschäftigte im Gesundheitswesen und Sicherheitskräfte häufig Pflichtschulungen absolvieren.
Beispiel: Datenschutzschulungen in Unternehmen
In der Europäischen Union sieht die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zwar keine ausdrückliche Verpflichtung zur Durchführung von Datenschutzschulungen vor, die Verordnung legt jedoch nahe, dass entsprechende Schulungsmaßnahmen erforderlich sind. Die DSGVO verlangt von Unternehmen und Organisationen, die personenbezogene Daten verarbeiten, ein „angemessenes Schutzniveau“ zu gewährleisten.
Die häufigsten Pflichtschulungen in deutschen Unternehmen umfassen Arbeitssicherheit und Brandschutz (nach ArbSchG und ArbStättV), Datenschutz (DSGVO), Erste Hilfe, Hygieneschulungen (besonders in Lebensmittel- und Gesundheitsbranchen), Compliance und Anti-Korruption sowie branchenspezifische Unterweisungen. Welche Schulungen konkret vorgeschrieben sind, hängt von Branche, Unternehmensgröße und den jeweiligen Tätigkeiten der Mitarbeitenden ab.
Durch verpflichtende Schulungen von Mitarbeitenden wird sichergestellt, dass sie alle die Richtlinien und Verfahren des Unternehmens kennen, einschließlich ihrer Rechte und Pflichten. Dieses Wissen kann das Unternehmen vor rechtlichen Schritten schützen. Darüber hinaus tragen Pflichtschulungen dazu bei, Unfälle und Verletzungen zu vermeiden.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil besteht darin, dass sie dazu beitragen, dass alle Mitarbeitenden ihre Aufgaben sicher und effektiv ausführen und die Standards des Unternehmens erfüllen. Die obligatorische Ausbildung kann auch dazu beitragen, die Moral und Motivation der Mitarbeitenden zu verbessern, was letztendlich zu einer höheren Produktivität und Arbeitszufriedenheit führen kann.
Bei der Ausarbeitung einer Richtlinie für Pflichtschulungen ist es wichtig, die zu behandelnden Themen, die Dauer der Schulungen und die Methode, mit der die Schulungen durchgeführt werden, zu berücksichtigen. Die behandelten Themen hängen vom Unternehmen ab, können aber auch die Verhinderung sexueller Belästigung, Sicherheitsverfahren und den Umgang mit Kundenbeschwerden umfassen.
Die Dauer der Schulung ist je nach Unternehmen unterschiedlich, doch sollte den Mitarbeitenden genügend Zeit gegeben werden, um die Schulung zu absolvieren und Fragen zu stellen. Auch die Art der Durchführung kann variieren: Manche Unternehmen entscheiden sich für eine persönliche Schulung, andere für eine Online-Schulung.



